Wer zweimal im Jahr am Hoftor sechs Flaschen kauft, ist Ihnen mehr wert als eine Laufkundin — und soll das auch merken. Ein Treueprogramm macht diese Wertschätzung sichtbar: Punkte für jeden Einkauf, ein Rabatt, wenn genug zusammengekommen ist, und eine Belohnung für die treuesten Kundinnen und Kunden. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie ein Programm planen, das sich rechnet, und wie es in Vinosoft läuft.
Stempelkarte, Punkte oder Stufen?
- Die Stempelkarte. «Zehn Kisten, die elfte gibt es geschenkt.» Einfach zu erklären, aber schwer auszuwerten, und sie geht gerne verloren.
- Punkte. Jeder Franken oder jede Flasche bringt Punkte, die später als Rabatt eingelöst werden. Die Kundin sieht ihren Stand, Sie sehen, wer wie viel kauft.
- Stufen. Wer eine Punkteschwelle erreicht, steigt auf — etwa von «Freund» zu «Kenner» — und erhält dafür eine Belohnung. Stufen belohnen die Treue über Jahre, nicht nur den einzelnen Einkauf.
Die meisten Programme kombinieren Punkte für den Alltag mit zwei oder drei Stufen für die besten Kunden.
Was ein Punkt wert sein soll
Rechnen Sie das Programm durch, bevor Sie die erste Karte verteilen. Ein Beispiel: 1 Punkt pro Franken Umsatz, und 100 Punkte sind beim Einlösen CHF 5 wert. Das entspricht 5 % Rabatt auf alles, was über die Karte läuft — sofern die Punkte eingelöst werden. Prüfen Sie, ob Ihre Marge das trägt, gerade bei Weinen, die Sie schon zum Clubpreis verkaufen.
Punkte pro Flasche statt pro Franken belohnen die Menge statt des Preises; das kann für einen Hauswein sinnvoll sein, für Raritäten eher nicht. Legen Sie ausserdem fest, ob Aktionsware Punkte bringt.
Die Karte
Eine Kundenkarte braucht einen Strichcode, den die Kasse lesen kann, und eine Nummer, die auf einer Rechnung angegeben werden kann. Plastikkarten lassen Sie nach einer Nummernliste in der Druckerei herstellen; für den Anfang tut es auch ein Kartondruck mit Strichcode. Geben Sie die Karte aktiv ab — bei der Degustation, im Paket, an der Kasse — und erfassen Sie dabei, wem sie gehört.
So läuft es in Vinosoft
Das Treueprogramm ist eine Erweiterung, die Sie im Marktplatz von Vinosoft dazubuchen; ohne sie gibt es keine Treuekarten.
Karten ausstellen. Unter Shop → Treue erzeugen Sie einen Stapel Karten mit Anzahl und optionalem Präfix. Jede Karte erhält eine Nummer und einen Code; die Liste exportieren Sie als CSV oder Excel für die Kartendruckerei, und Vinosoft zeigt den Code als Strichcode (Code 128). Eine Karte verknüpfen Sie mit einer Kundenadresse; mit dem ersten Einsatz wird sie aktiv, und eine verlorene Karte lässt sich sperren.
Punkte sammeln. Wie viele Punkte ein Einkauf bringt, legen Sie pro Währung fest und verfeinern es pro Artikelkategorie oder pro Artikel, jeweils pro Franken, pro Stück oder beides. Es gilt die genaueste Einstellung: Ein Artikel mit eigenem Satz schlägt seine Kategorie, die Kategorie die Währung. So bringt der Hauswein zum Beispiel Punkte pro Flasche und die Raritäten gar keine.
- Auf Rechnungen und Aufträgen geben Sie die Kartennummer an. Die Punkte werden gutgeschrieben, sobald die Rechnung bezahlt ist.
- An der Kasse scannen Sie die Karte, sehen den Punktestand und lösen Punkte als Rabatt ein; ein solcher Verkauf schreibt auch die neuen Punkte gut. Bei einem Kassenverkauf ohne Einlösung nimmt die App die Karte heute nicht mit — diese Punkte tragen Sie bei Bedarf im Büro nach.
- Im Webshop werden heute keine Punkte gesammelt oder eingelöst, und die Kundschaft sieht ihren Punktestand dort nicht.
Gutschriften und Rückerstattungen an der Kasse ziehen die Punkte wieder ab. Punkte verfallen nicht.
Punkte einlösen. Wie viele Punkte einen Franken wert sind, legen Sie pro Währung fest. Eingelöst wird als Rabatt auf eine Rechnung, einen Auftrag oder an der Kasse. Eine Prämienliste mit Geschenkartikeln gibt es nicht.
Stufen. Jede Stufe hat einen Namen und eine Punkteschwelle. Gezählt werden alle je gesammelten Punkte, nicht der aktuelle Stand — wer Punkte einlöst, fällt also nicht zurück, und abgestuft wird niemand. Beim Erreichen einer Stufe erhält die Kundin einmalig eine Belohnung: einen Gutschein über einen Betrag oder Prozentsatz, auf Wunsch mit Mindestbestellwert und Gültigkeitsdauer, oder Bonuspunkte. Optional geht eine E-Mail mit dem Glückwunsch hinaus; den Text schreiben Sie selbst. Den Gutschein löst die Kundin im Webshop ein, wenn sie mit dem Konto angemeldet ist, das zur Karte gehört, oder an der Kasse, wo der Code eingetippt wird. Auf Rechnungen gilt er nicht.
Auswertung. Die Statistik vergleicht einen Zeitraum mit dem vorherigen: Karten nach Status, offene Punkte, gesammelte und eingelöste Punkte, die besten Karten sowie Kassenverkäufe mit und ohne Karte. Zu jeder Karte sehen Sie die ganze Punktehistorie mit Verweis auf die Rechnung, und einen falschen Stand korrigieren Sie mit einer protokollierten Korrektur. Die Details stehen im Hilfeartikel Treuekarten und Punktestände.
Was das Programm nicht kann
- Karten in Apple Wallet oder Google Wallet, QR-Codes oder eine eigene App
- Punkte im Webshop sammeln, einlösen oder anzeigen
- Dauerrabatte, Gratisversand oder schnelleres Sammeln für höhere Stufen
- Geburtstags-, Anmelde- oder Empfehlungsboni
Checkliste
- Punktewert durchgerechnet: Wie viel Rabatt geben Sie über die Karte effektiv?
- Sammelregeln festgelegt: pro Franken oder pro Flasche, welche Weine ausgenommen sind
- Zwei oder drei Stufen mit Schwellen und Belohnungen definiert
- Treueprogramm-Erweiterung gebucht, Kartenstapel erzeugt und gedruckt
- Jede abgegebene Karte mit der Kundenadresse verknüpft
- An jeder Kasse die Treuefunktion eingeschaltet (sie ist pro Gerät zunächst aus)
- Ablauf im Büro: Kartennummer auf Rechnungen erfassen
Mehr zum Modul selbst auf der Seite Treueprogramm. Wie Kasse, Weinclub und Treueprogramm zusammenspielen, steht in der Übersicht Direktverkauf im Weingut.
Stand Oktober 2026.
