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Vinosoft oder VinX? Weinsoftware im Vergleich — Kosten, Einführung, Funktionen

VinX von der I-AG Software in Luzern ist eine der bekanntesten Branchenlösungen für den Schweizer Wein- und Getränkehandel: nach eigenen Angaben über 200 Kundenbetriebe, einige davon seit mehr als 20 Jahren. Vinosoft ist eine Cloud-Software für Weingüter, Weinhandlungen und Weinvertriebe. Beide erstellen die SWK-Meldung, beide führen Aufträge, Lager und Debitoren. Der Unterschied liegt im Modell: Lizenzkauf und Einführungsprojekt bei VinX, Abonnement im Browser bei Vinosoft. Und im Preis: Über fünf Jahre kostet Vinosoft im Rechenbeispiel unten rund die Hälfte, noch bevor die Projektkosten der VinX-Einführung dazukommen.

Dieser Vergleich stützt sich bei VinX ausschliesslich auf öffentliche Angaben von vinx.ch und der VinX-Preisliste 2025, Stand 28. Oktober 2026. Was VinX nicht veröffentlicht, behaupten wir nicht. Finden Sie einen Fehler, schreiben Sie uns, und wir korrigieren ihn.

Kurz gesagt

VinX passt eher, wenn Sie ein grösserer Getränkehändler mit eigener Auslieferung sind: Tourenplanung, Steuerlager für Spirituosen, Ernteabrechnung mit Produzenten, Subskription und eine Abacus-Anbindung gehören bei VinX zum Angebot, bei Vinosoft nicht.

Vinosoft passt eher, wenn Sie ein Weingut, eine Weinhandlung oder ein kleinerer Weinvertrieb sind, der ohne eigenen Server arbeiten, auf dem Mac oder unterwegs zugreifen, einen Webshop aus demselben Bestand betreiben, mit KI-Assistent und MCP-Schnittstelle für Claude oder ChatGPT arbeiten und heute statt in drei Monaten starten möchte — und dabei über fünf Jahre rund die Hälfte der Softwarekosten spart.

Vergleich auf einen Blick


VinX

Vinosoft

Anbieter

I-AG Software, Luzern; entwickelt seit 1981 Software

SparkDynamic GmbH, seit 2015

Betrieb

Desktop-Software mit Sybase-SQL-Anywhere-Datenbank; VinX empfiehlt Windows-Rechner

Im Browser, auch auf dem Mac; Microsoft Azure in der EU, eigene Datenbank pro Kunde

Preismodell

Lizenzkauf: Basis CHF 4000 für die erste, CHF 1000 je weitere Lizenz; Module einzeln

Abonnement ab CHF 79 pro Monat bei jährlicher Zahlung, 3 Benutzer inklusive

Updates

Pflegevertrag optional, 12–20 % der Lizenzsumme pro Jahr

Im Abonnement enthalten

Einführung

Einführungsprojekt von 3 bis 6 Monaten, Projektkosten separat

Selbst registrieren und testen, Daten per Excel und CSV importieren

Testen

Demoversion als Installationsdatei per E-Mail

Testkonto im Browser, ohne Kreditkarte

SWK-Meldung

Weinkellerbuch, Formular A und B, Inventare

Detailinventar, Formular A und B; Kellerbuchhaltung für Selbsteinkellerer als Zusatzmodul

Gebinde und Depot

Gebindeverwaltung mit Saldo pro Kunde

Depot für Flaschen und Harassen mit Saldo pro Kunde, als Submodul

Finanzbuchhaltung

Debitoren in VinX, Kreditoren als Option; FIBU über Schnittstelle zu Abacus, Infoniqa, SelectLine

Eigene Finanzbuchhaltung mit MWST-Abrechnung (ab Professional); Journal als CSV

Webshop

Anbindung an Ihren Shop per REST-API, oder VinX-Shop mit Partner Zynex, ab CHF 3000

Eigener Webshop in der Enterprise Edition, aus demselben Bestand

Kasse

Kassenprogramm als Option, CHF 1200

POS-App für iPad, CHF 29 pro Monat

KI

In den öffentlichen Unterlagen nicht genannt

KI-Assistent im Back-Office; MCP-Schnittstelle für Claude, ChatGPT und andere KI-Programme

Datenübernahme

Teil des Einführungsprojekts

Übernahme aus VinX kostenlos

Support ohne Vertrag

CHF 150 pro Stunde

Telefonsupport CHF 120 pro Stunde; Fehlerbehebungen kostenlos

Kosten: Lizenz oder Abonnement

Die Preismodelle lassen sich nicht eins zu eins vergleichen. Ein Rechenbeispiel zeigt die Grössenordnung: drei Benutzer, fünf Jahre, alle Preise exklusive MWST. Für VinX rechnen wir mit Pflegevertrag A, weil nur er neue Versionen und gesetzliche Anpassungen enthält, die bei Vinosoft im Abonnement stecken.

Szenario, 3 Benutzer, 5 Jahre

VinX

Vinosoft

Sie sparen

Auftragswesen, Lager, Debitoren

Basis 3 Lizenzen CHF 6000 + 3 SQL-Anywhere-Seats CHF 450 + Pflegevertrag A CHF 720 pro Jahr = CHF 10 050

Standard CHF 79 × 60 Monate = CHF 4740

CHF 5310 (53 %)

Zusätzlich Webshop und Ladenkasse

Plus B2C-Webshop CHF 3000 und Kasse CHF 1200, Pflege steigt auf CHF 1224 pro Jahr = CHF 16 770

Enterprise CHF 119 und POS-App CHF 29 × 60 Monate = CHF 8880

CHF 7890 (47 %)

Mit Vinosoft zahlen Sie in beiden Szenarien rund die Hälfte. Der Abstand wird eher grösser als kleiner, denn nicht eingerechnet sind bei VinX die Projektkosten für die Einführung, Kurse (Kickstart-Kurs CHF 375 pro Person) und der eigene Server oder Windows-Rechner; bei Vinosoft optionale Zusatzmodule wie das Winzermodul (CHF 39 pro Monat) und weitere Benutzer (CHF 9 pro Monat). Die VinX-Preisliste nennt Preise exklusive MWST, die Website von VinX dieselben Beträge inklusive; wir haben die Preisliste übernommen.

Ein Vorteil des Lizenzmodells: Die Software gehört Ihnen. Ohne Pflegevertrag läuft Ihre Version weiter, nur ohne neue Funktionen und gesetzliche Anpassungen. Auch dann bleibt Vinosoft über fünf Jahre günstiger: CHF 4740 gegenüber CHF 6450 für drei VinX-Basis-Lizenzen mit Datenbank. Bei Vinosoft endet der Zugang mit dem Abonnement; Ihre Daten exportieren Sie vorher.

Einführung und Betrieb

VinX beschreibt den Weg so: Erstgespräch, Richtofferte, Präsentation oder Analyse im Betrieb, danach ein Einführungsprojekt von drei bis sechs Monaten mit Testläufen. Die Belege werden dabei nach Ihren Wünschen angepasst. Das ist gründlich, bindet aber auch Ihre Zeit.

Bei Vinosoft registrieren Sie sich selbst und arbeiten im Browser. Artikel lesen Sie aus Excel ein, Kunden und Lieferanten aus CSV; Nummernkreise, MWST-Sätze und Dokumentlayouts richten Sie einmal in der Konfiguration ein. Einen Server, eine Datenbank oder Updates auf einzelnen Rechnern gibt es nicht zu betreuen. Der Back-Office ist auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch verfügbar.

Funktionen für Wein und Getränke

Bei der Weinhandelskontrolle sind beide Lösungen auf Schweizer Betriebe ausgelegt. VinX bereitet Weinkellerbuch, Formular A und B und die Inventare auf und schreibt, die Vorgänge seien von der Behörde abgenommen. Eine Zertifizierung von Software kennt die SWK allerdings nicht: Nach ihrer Wegleitung Kellerbuchhaltung (Ziff. 2.3) darf jedes Wein- oder Buchhaltungsprogramm die Sortenkarten ersetzen, wenn es alle Angaben der Sortenkarte klar ausweist und die Weinverordnung eingehalten wird. Geprüft wird das bei der Inspektion Ihres Betriebs, nicht beim Softwarehersteller. Beide Lösungen liefern diese Angaben. Vinosoft erstellt unter Statistiken → SWK das Detailinventar per 31. Dezember mit Formular A und B, siehe Der SWK-Weinhandelskontrolle-Bericht. Für Selbsteinkellerer führt das Modul Kellerbuchhaltung Traubenposten, Pressung, Verschnitte und Abfüllungen; es wird pro Konto freigeschaltet. Was die SWK verlangt: Weinhandelskontrolle: Wer muss melden?

Gebinde und Depot führen beide: Vinosoft rechnet Depot für Flaschen und Harassen auf Auftrag, Lieferschein und Rechnung und zeigt den offenen Saldo pro Kunde. Preisgruppen, Kundenpreise und Mengenrabatte haben beide; zeitlich begrenzte Aktionspreise bietet VinX, Vinosoft nur über Gutscheine im Webshop. Sets und gemischte Kisten verkaufen beide als eine Position.

Buchhaltung und Schnittstellen

Hier liegt der grösste Unterschied. VinX führt Debitoren und optional Kreditoren und übergibt die Finanzbuchhaltung per Schnittstelle an Abacus, Infoniqa oder SelectLine. Vinosoft bringt eine eigene Finanzbuchhaltung mit Schweizer MWST-Abrechnung mit (Professional und Enterprise). Eine Anbindung an Abacus, Bexio, Sage oder Banana gibt es nicht; das Journal exportieren Sie als CSV, siehe Journal. Führt Ihr Treuhänder die Buchhaltung in Abacus, spricht das für VinX.

Für Logistik bietet VinX Schnittstellen zu DPD, Imbach, Planzer und Vinolog. Vinosoft hat heute keine produktive Versandschnittstelle zu diesen Anbietern. Dafür hat Vinosoft eine öffentliche REST-API mit OAuth2 und eine Galaxus-Anbindung für Bestand und Preise.

KI-Assistent und MCP

Vinosoft ist für die Arbeit mit KI gebaut. Der KI-Assistent im Back-Office beantwortet Fragen zu Ihren eigenen Zahlen: «Welche Weine haben wir dieses Jahr am meisten verkauft?», «Welche Rechnungen sind überfällig?», «Was ist unter dem Mindestbestand?». Er rechnet nichts aus dem Gedächtnis, sondern fragt Umsatz, Lager, offene Posten und Belege direkt in Ihrem Konto ab, und er erstellt auf Anfrage Entwürfe für Offerten, Auftragsbestätigungen, Rechnungen, Lieferscheine und Lieferantenbestellungen. Sie fragen auf Deutsch, Französisch, Italienisch oder Englisch. Der Assistent wird pro Konto freigeschaltet.

Über die MCP-Schnittstelle (Model Context Protocol) verbinden Sie Ihr Vinosoft-Konto mit dem KI-Programm, das Sie ohnehin nutzen — etwa Claude, ChatGPT oder einen eigenen Agenten. Sie erstellen dafür einen persönlichen Zugang, nur lesend oder auch mit Schreibrecht. Die KI sieht dabei genau das, was Ihr Benutzer sehen darf, und jede Abfrage wird protokolliert. Für Entwickler gibt es zusätzlich die REST-API.

Bei VinX finden sich in den öffentlichen Unterlagen keine KI-Funktionen; die neueren Erweiterungen sind Apps für Aussendienst, Lager und Auslieferung.

Wann VinX besser passt

Wir empfehlen VinX ehrlich, wenn Sie eines davon brauchen: Tourenplanung für die eigene Auslieferung, ein Steuerlager für Spirituosen, eine Ernteabrechnung mit Auszahlung an die Traubenlieferanten, Subskriptionsverkauf, Provisionsabrechnung für Vertreter, Festmobiliar-Vermietung oder eine direkte Abacus-Schnittstelle. Diese Funktionen hat Vinosoft nicht.

Von VinX zu Vinosoft wechseln

Die Datenübernahme aus VinX ist kostenlos. Sie exportieren Artikel, Kunden und Lieferanten aus VinX, wir lesen sie in Ihr Vinosoft-Konto ein und prüfen sie mit Ihnen, bevor Sie umstellen.

Am einfachsten wechseln Sie auf einen Jahresbeginn, nach der Inventarmeldung bis 31. Januar: Dann beginnt die Kellerbuchhaltung mit dem gezählten Bestand. Prüfen Sie nach der Übernahme vor allem Preisgruppen und SWK-Codes. Welche Exportformate Ihre VinX-Version liefert, klären Sie mit der I-AG. Offene Posten übernehmen Sie am besten als Saldo und schliessen sie im alten System ab.

Quellen

Häufige Fragen

Ist VinX oder Vinosoft günstiger?

Vinosoft, und zwar um rund die Hälfte. Im Rechenbeispiel mit drei Benutzern über fünf Jahre kostet Vinosoft Standard CHF 4740, VinX Basis mit Pflegevertrag rund CHF 10 050 — mit Vinosoft CHF 5310 oder 53 % weniger, ohne die Projektkosten der Einführung. Mit Webshop und Kasse sind es CHF 8880 gegenüber rund CHF 16 770, eine Ersparnis von CHF 7890. Selbst ohne Pflegevertrag kostet VinX mit CHF 6450 mehr, dann fehlen aber neue Versionen.

Läuft VinX auf dem Mac?

VinX empfiehlt in seinen FAQ Windows-Rechner, weil die Software darauf abgestimmt ist. Vinosoft läuft im Browser und damit auch auf dem Mac; die Kasse läuft auf dem iPad.

Erstellen beide die SWK-Meldung mit Formular A und B?

Ja. VinX bereitet Weinkellerbuch, Formular A und B und Inventare auf. Vinosoft erstellt das Detailinventar mit Formular A und B aus den erfassten Beständen und Verkäufen; für Selbsteinkellerer gibt es das Modul Kellerbuchhaltung. Die SWK zertifiziert keine Software, sie prüft die Kellerbuchhaltung bei der Inspektion Ihres Betriebs. Die Zahlen tragen Sie bei beiden selbst bis 31. Januar im Onlineschalter der SWK ein.

Kann ich meine Daten aus VinX übernehmen?

Ja, und die Übernahme ist kostenlos. Sie exportieren Artikel, Kunden und Lieferanten aus VinX, wir lesen Stammdaten und Preise in Ihr Vinosoft-Konto ein. Selbst einlesen können Sie Artikel aus Excel und Kunden und Lieferanten aus CSV. Bewegungen und offene Posten übernehmen Sie besser als Anfangsbestand und Saldo.

Hat Vinosoft eine Abacus-Schnittstelle wie VinX?

Nein. Vinosoft hat eine eigene Finanzbuchhaltung mit MWST-Abrechnung und exportiert das Journal als CSV. Wer die Buchhaltung zwingend in Abacus führt, ist mit der Abacus-Schnittstelle von VinX besser bedient.